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Interpretationsfunktion

(Aussagenlogik Kapitel 4.1)



Wie in der Spezifikation beschrieben, wollen wir Formeln, je nach Zustand der Welt, eine der zwei Bewertungen wahr oder falsch zuweisen.
Also definieren wir, wie eine Interpretation in der Aussagenlogik auszusehen hat.

In der Aussagenlogik ist die Interpretation eine zustandsabhängige Abbildung der Atome auf die Menge {0,1}.
Ist γ ein Atom, schreiben wir I(γ) um die Interpretation von γ auszudrücken.

D.h. mittels der Interpretation wird jedem Atom einer der zwei Werte 0 oder 1 zugewiesen.
Da es 2 mögliche Wahrheitswerte gibt, existieren für eine Formel mit n Atomen 2n mögliche Interpretationen (also mögliche Wahrheitswertekombinationen).

Wir wollen folgende Notation verwenden:
Ist I(γ1)=w1, I(γ2)=w2, ... , I(γn)=wn, so schreiben wir I={γ1w1, γ2w2, ... , γnwn}

Beispiel - Interpretation von Atomen

Die Aussage
  • "Der Wind ist böig"
kann je nach Zustand der Welt den Wert
  • wahr, oder
  • falsch
annehmen.

Haben wir die elementare Formel
  • p
und definieren wir, dass diese für obigen Satz steht, erhalten wir folgende Tabelle der möglichen Interpretationen:

Zustand der Welt I(p)
Der Wind ist böig 1
Der Wind ist nicht böig 0



Betrachten wir die Formel
  • !p&q->r|s

Diese könnte z.B. für folgende Aussage stehen:
  • "Wenn der Wind aus Osten weht und nicht böig ist, dann raucht mein Feuer oder die Sonne scheint"
Wobei wir folgende Zuordnung annehmen:
Atom Bedeutung
p der Wind weht aus Osten
q der Wind ist böig
r mein Feuer raucht
s die Sonne scheint

Um die Gesamtformel bewerten zu können, müssen wir zunächst den Atomen Wahrheitswerte zuweisen.

Gelten folgende Bedingungen in der Welt
  • der Wind ist nicht böig
  • und kommt aus Osten
  • und weder das Feuer raucht
  • noch die Sonne scheint
erhalten wir folgende Interpretation der Atome
  • I = {p0, q1, r0, s0}