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Schlussregeln
(Logik Einführung Kapitel 7.2.2)Diese Seite nimmt Bezug auf
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- Logik Einführung: Die Wumpus-Welt
- Logik Einführung: Der logische Beweis
Nun brauchen wir noch Regeln, die es uns erlauben, innerhalb unseres Systems Formeln mechanisch zu manipulieren um neue Formeln zu erhalten.
Den Transformationsregeln kommt natürlich keinerlei inhaltliche Bedeutung zu - sie sind ja rein formale Regeln, wie Zeichenketten umgeformt werden können.
Wir werden diese Regeln jedoch sinnvoller Weise so definieren, dass umgeformte Sätze auch semantisch aus den Ausgangssätzen folgen.
Die so genannten Transformations- oder Schlussregeln definieren (Ableitungs-)Regeln, wie bestehende Formeln zu neuen Formeln umgeformt werden dürfen.
Beispiel -
Betrachten wir wieder die Wumpus-Welt.
Haben wir z.B. die Formelnwollen wir daraus automatisiert schließen können, dass
- WENN (NICHT Gestank(A,1))
DANN (NICHT Wumpus(A,1)
UND NICHT Wumpus(A,2)
UND NICHT Wumpus(B,1))- NICHT GestankA1
Dies soll allgemein für jede Formel der Gestalt WENN..DANN gelten.
- NICHT Wumpus(A,1) UND NICHT Wumpus(A,2) UND NICHT Wumpus(B,1)
Da wir die Bedeutung der Aussagen verstehen, erscheint uns der Schluss klar. Ein Automat jedoch, der nur Symbole manipulieren kann benötigt hierfür jedoch eine Regel.
Also fügen wir unserem Kalkül folgende Schlussregel hinzu:und ist
- Haben wir eine Formel der Gestalt
wobei γ und δ beliebige Formeln sind
- WENN γ DANN δ
können wir
- γ gegeben
- δ ableiten
D.h.Diese Regel ist in vielen Logiken enthalten und wird als "Modus Ponens" oder auch "Implikations-Elimination" bezeichnet.
- "Haben wir eine WENN..DANN-Formel, und ist die Voraussetzung gegeben, so können wir den Schluss zu unserem Wissen hinzufügen"
Haben wir z.B. die Formelwollen wir auf jede einzelne Teilaussage schließen können, also z.B.
- NICHT Wumpus(A,2) UND NICHT Wumpus(B,1)
Dies soll allgemein für alle UND-Verknüpften Formeln gelten.
- NICHT Wumpus(A,2)
Wieder erscheint es uns klar, dass, wenn die Gesamtaussage gilt, auch all ihre Teilaussagen gelten müssen - doch wieder müssen wir dies mit einer Schlussregel definieren:
können wir
- Haben wir eine Formel der Gestalt
wobei γ und δ beliebige Formeln sind
- γ UND δ
und
- γ ableiten
- δ ableiten
D.h.Auch diese Regel ist in vielen Logiken enthalten und wird als 'Und-Elimination' bezeichnet.
- "Sind 2 Teilaussagen durch UND verbunden, so können wir jede dieser Teilaussagen zu unserem Wissen hinzufügen"
Haben wir z.B. die Formelwissen aber bereits, dass eine dieser Teilaussage nicht gilt, also z.B.
- Wumpus(A,2) ODER Wumpus(B,1)
wollen wir auf die andere Teilaussage schließen können, also z.B.
- NICHT Wumpus(A,2)
Dies soll allgemein für alle ODER-Verknüpften Formeln gelten.
- Wumpus(B,1)
Das Konzept erscheint uns klar, da wir die Bedeutung kennen: gilt eine Teilaussage nicht, muss die andere Teilaussage gelten - doch wieder müssen wir dies mit einer Schlussregel definieren:und
- Haben wir eine Formel der Gestalt
wobei γ und δ beliebige Formeln sind
- γ ODER δ
können wir
- NICHT γ
- δ ableiten
D.h.Auch diese Regel ist in vielen Logiken enthalten und wird als 'Einfacher Widerspruch' bezeichnet.
- "Sind 2 Teilaussagen durch ODER verbunden, und gilt eine dieser Teilaussagen nicht, so können wir die andere Teilaussage zu unserem Wissen hinzufügen"
So müssen wir nacheinander alle benötigten Regeln definieren, die es uns erlauben aus unserem Grundwissen und den zur Laufzeit generierten Informationen, weitere Schlüsse zu ziehen, und diese unserem Kalkül als Schlussregeln hinzufügen.
Wir werden diese Regeln jedoch sinnvoller Weise so definieren, dass umgeformte Sätze auch semantisch aus den Ausgangssätzen folgen.
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